hatte sie es sich nicht vorgestellt. Sie mussten ihre Kinder in der Gosse aufwachsen sehen. Detlefs Persönlichkeit hatte keine Möglichkeit mehr sich zu entfalten, während Jack sich mit seinen ersten Errungenschaften als Taschendieb brüstete. Robert spielte nicht wie Detlef und Jack in der freien Natur, sondern auf den staubigen Straßen Bostons. Rebecca und Anne mussten mit ihr zusammen jeden Tag kellnern, da der Verdienst von George am Hafen nicht ausreichte und somit der Lebensunterhalt aufgestockt werden konnte. An den Abenden wurde dann lesen und schreiben geübt, damit die Kinder nicht völlig verwahrlosten. Dazwischen immer die kleine Jane, welche mit ach und krach gerade Laufen gelernt hatte. Anny hatte vor Freude Tränen in den Augen als sie erfuhr, dass die Zeit in Boston endlich vorbei war und nun war Rebecca so krank und sie stand machtlos daneben. Die Familie war nicht mehr zusammen. Die Welt war fremd und groß. Würden sie sich wirklich alle wiedersehen, so wie George es gesagt hat? Oder würde jemand sterben? Würden sie sich in diesem großen Land überhaupt wiederfinden? Nervös drehte Anny sich auf die Seite und zog wie ein kleines Kind ihre Zudecke zum Gesicht, um es mit dieser ganz zu bedecken, nachdem sich die ersten Tränen ihren Weg über ihre Wangen gebahnt hatten.

Müde und kaputt von der Nacht brachen sie im frühen Morgengrauen auf, um keine Zeit mehr zu verlieren. Als sie über die erste Anhöhe kamen, sog Anny die Luft ein und hielt den Wagen abrupt an. „Ach du meine Güte, wenn ich das geahnt hätte“, bemerkte sie und sah mit weit aufgerissen Augen zu den ...








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